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Donnerstag, März 15

Movie: Bill Cunningham New York



Photos via Bill Cunningham New York
"Die beste Fashion-Show findet auf der Straße statt. So war es immer, und so wird es immer sein"
, so lautet das Credo des wohl berühmtesten New Yorker Streetstyle Fotografen Bill Cunningham. Mittlerweile ist Bill schon 83 Jahre alt und dokumentiert seit über 50 Jahren das Modegetümmel auf den Straßen, noch bevor Scott Schumann oder Garance Dore zu berühmten Persönlichkeiten der Fotografen-Szene wurden. Regisseur Richard Press begleitete den legendären Fotografen ein Jahr lang bei seiner Arbeit auf der Straße und herausgekommen ist dabei eine rund 84-minütige Dokumentation. Seit 1978 hält der eigentlich gelernte Hutmacher seine Augen offen für ein modisches Ereignis, welches er in seiner wöchentlich erscheinen Stilkolumne in der New York Times veröffentlicht. Er ist per Du mit den großen Chefredakteurinnen der Modezeitschriften. Anna Wintour sagte einst sogar: " We all get dressed for Bill". Für einen guten Schnappschuss radelt er täglich durch die New Yorker Straßen mit seinem alten roten Herrenfahrrad. Doch bei all dem Ruhm und Glamour ist er ganz normal geblieben schließlich lebt Cunningham in einem Einzimmerstudio ohne Küche und mit einem ausklappbaren Bett. Den Trailer zum Film könnt ihr euch unter diesem Beitrag anschauen. Bleibt abzuwarten, ob es dieser Dokumentarfilm auch bei uns in die Kinos schaffen wird.


Dienstag, November 29

Photo for Life: Auf der Suche nach dem größten Fototalent


Photos via Arte und Unit-F
Den italienischen Fotografen Oliviero Toscani kennen viele durch seine Schockmotive für die Modemarke Benetton oder aus der Plakatkampagne gegen Bulimie, wo er einst das magersüchtige Model Isabelle Caro nackt zeigte. In der Dokumentation Photo for Life fungiert Toscani als Jury und Moderator und bietet sechs Nachwuchsfotografen in einem einwöchigen Workshop, die Möglichkeit verschiedene Foto-Skills wie beispielsweise Technik oder den Sinn für Kreativität zu erlernen.

Rund 600 Leute haben sich via Facebook für diese Aktion gemeldet, aus diesem Pool wurden die Fotografen Sima Dehgani, Caroline Scharff, Christian Kuhn, Coline Sentenac-Moise, Suchart Wannaset und Matthieu Cheneby ausgewählt. Sie kämpfen in der Masterclass darum, wer das beste Talent und den Meister von sich und Experten aus Medien und Kunst überzeugen kann. In der zweiten Folge sollen sie eine Fotoreportage für das deutsche Magazin View präsentieren. Dafür sollen die Teilnehmern der Masterclass ihre zugeordnete Person in sechs Perspektiven zeigen, vom Arbeitsplatz zum Portrait bis hin zur Tätigkeit. Wer kann sich durchsetzen und überzeugen? Das alles seht ihr in dieser Folge.


Donnerstag, März 31

Exhibition: Es sind die Bilder eines Getriebenen by Oliver Rath


Photos via Rath-Photografie
Der aus Heidelberg stammende Fotograf Oliver Rath präsentiert am 09.April 2011 in der Vicious Gallery in Hamburg, seine Ausstellung: Es sind die Bilder eines Getriebenen. Wie lässt sich die Fotografie von Herrn Rath am besten beschreiben? Andreas Richter vom Vice Magazine beschreibt seine Kunst so:
"Seine Bildsprache ist durchsetzt mit den Codes eines urbanen Hedonismus und gleichzeitig gebrochen an mal schelmischem, mal beißendem Humor. Es ist eine harte Sprache, eine Sprache ohne diplomatisches Beiwerk und Kompromissbereitschaft, dafür mit ungebremstem Temperament und eleganter Bedeutungsinszenierung. Er bedient sich an allem, was ein gutes Bild ausmacht: An Geometrie, an Kontrast, an Perspektive, an Arrangement. Vielmehr aber ist er ein Virtuose der Dinge, die aus einem guten Bild ein beispielloses Bild machen."Wer sich nun selbst ein Urteil über diese besondere Art der Fotografie bilden will, der kann sich vom 09.April-7.Mai 2011, mittwochs-samstags 13-19Uhr Raths Werke anschauen.



Oliver Rath Ausstellung: Es sind die Bilder eines Getriebenen
Vicious Galerry in Hamburg/ 09.April 2011 -07.Mai 2011

Dienstag, Februar 8

Exhibition: Berlinale Potraits by Gerhard Kassner


Photo via media-digest
Nun ist es wieder soweit, die Berlinale hält wieder Einzug in Berlin. Der Berliner Fotograf Gerhard Kassner sorgt in jedem Jahr mit seinen Starportrait-Fotografien für Aufsehen in der Stadt, denn sie sind das Aushängeschild für die Filmfestspiele. Einen Auszug aus Kassners Bildern, kann man sich seit gestern im Hotel Bogata anschauen, dort werden 35 Fotografien aus den Jahren 2003-2010 gezeigt, die Kassner im Rahmen der Berlinale anfertigte. In jedem Jahr entstehen bei seiner Arbeit so bis zu 120 Portraits, auch die tagesaktuellen Portraits kann man vom 10.02.-19.02.2011 in der Schlüterstraße 45 bestaunen. Wer den Berliner Fotografen gerne einmal selbst treffen möchte, der kann jeden Tag(10.02.-19.02.) ab 21 Uhr zur Reflexion und Diskussion im Kabinett des Hotels Bogata vorbeischauen.

Montag, September 6

Rain over naked city



Photos via Marco Grob
Der Schweizer Fotograf Marco Grob inszenierte dieses Editorial, welches vom Film noir, einem Filmgenre aus den USA in den 1940er, inspiriert wurde. Grob setzt bei dieser Fotoreihe, die im amerikanischen Männermagazin GQ erschienen ist, ganz auf schwarz/weiß Fotografie.

Donnerstag, August 5

Gastbeitrag: Rezension 90 Tage. Ein Traum.



Photos via Kristian Schuller
Vor einiger Zeit habe ich mit Philipp auf Twitter über das neue Buch von Kristian Schuller unterhalten. Aus unserem Gespräch ist nun ein Gastbeitrag für Style Taxi entstanden.

Philipp Paulus ist Fotograf und hat bereits schon eine Kampagne für Sam Frenzel shooten können. Er selbst hat auch einen Webblog, bei dem sich natürlich alles um sein Lieblingsthema Fotografie dreht.

Hier kommt nun seine Rezension zu 90 Tage. Ein Traum.:

Kristian Schuller ist wohl sicher seit der vorletzten „Germanys next Topmodel“ Staffel jedem von uns als großartiger und einfallsreicher Künstler bekannt, der mit Sicherheit zu den Wichtigsten aus dieser großen bunten Welt gehört. Bis zu seinem Beitritt der Jury in der aktuellen Staffel, hat man in der Öffentlichkeit leider wenig von ihm gesehen und gehört. Seine Chance als Juror hat er als Fotograf allerdings so genutzt, wie es sich gehört und jeden tollen Moment bildlich in einem Bildband festgehalten.

„90 days one dream“ dokumentiert wohl nicht nur den Traum einiger Mädchen, als Model zu arbeiten, sondern erfüllt auch den Traum vieler Fotografen nach einem längst überfälligen Bildband von Schuller. Sein vielversprechender Look fängt schon beim sehr dynamischen, bunten und ästhetischen „Schuller-Zirkus“ Cover an, das im Übrigen auch viel größer ist als man denkt, das Buch an sich ist ne Wucht! Eröffnet wird der englisch- und deutschsprachige Bildband mit einer Anmerkung von Kristians ehemaligem Dozenten an der HdK, dem legendären F.C. Gundlach, der den Stolz auf seinen ehemaligen Studenten sehr verdeutlicht.

Spätestens mit diesem Buch macht Schuller klar, dass er nicht nur einfach ein Künstler ist, der ausschließlich von seinen Ideen lebt, sondern auch sein Handwerk sehr gut beherrscht. Man möchte fast einen Einfluss seines Modedesign Studiums bei Vivienne Westwood bemerken, wenn man sieht, wie perfekt er die Mode in seinen Kunstwerken präsentiert. Ergänzend zu diesen tollen Bildern, enthält der Band aber auch noch ein Interview, welches wohl einer der seltenen mit ihm ist, indem er über seine Kindheit spricht, die damit verbundenen kreativen Einflüsse, über sein Leben & Zusammenarbeit mit seiner Frau Peggy, die ihn auch gerne mal kritisiert oder in ihm den Familienmenschen weckt und abschließend aber auch noch seine Sichtweise auf den technischen Part der Fotografie beinhaltet. Jedoch zeigt er nicht einfach nur Bilder, die man in der Sendung sowieso schon gesehen hat, im Gegenteil, man sieht auch viele Polaroids, analoge Shots, von ihm korrigierte Leuchttische und eben die versprochenen Shootings, die entstanden sind, als die Pro7 Kameras aus waren. Letztere finde ich mindestens genauso gut, wie die Shootings, die ausgestrahlt wurden, wenn nicht noch besser. Eine harmonierende Entstehung der Fotografien war sicher durch den Vorteil gegeben, dass das Setdesign sein Bruder Hannes entwarf & die Mode zu 99% von seiner Frau Peggy entworfen wurde, ganz einfach aus dem Grund, weil es ihre ausgefallenen Wünsche nicht zuließen, einen Designer in L.A. zu finden, der vergleichbare Mode kreiert. Übrigens findet man auch von ihr ein unheimliches interessantes Interview im Buch, welches wohl ebenfalls zu den Seltenen gehört.

Dieser großartige Bildband hat nochmals stark verdeutlicht, dass Bilder im großen, unübersichtlichen Internet niemals schöne, gedruckte Kunstwerke ablösen können und der Unterschied in etwa vergleichbar mit Röhrenfernsehen und High-Definiton Kino ist.